Center for Regional Economic Development (CRED)

Standortdynamik und regionale Wirtschaftspolitik

Kernkompetenz: Regionale Innovationssysteme

Regionale Innovationssysteme sind räumlich abgrenzbare Wirtschaftssysteme, in denen Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, einzeln oder in Kooperation miteinander, Wissen in unterschiedlichen Formen schaffen, verbreiten und anwenden. Regionale Innovationssysteme sind ein wichtiges Vehikel um die Wirtschaftskraft und Dynamik einer Region zu stärken, dazu zählen prominente Beispiele wie das Silicon Valley in den USA, das Pharma- und Biotechnologie-Cluster in Basel oder die Uhrenindustrie im Jura.

Die Analyse regionaler Innovationssysteme hat eine lange Tradition in der wirtschaftsgeographischen und regionalwirtschaftlichen Forschung. Der Ansatz wird darüber hinaus in der Neuen Regionalpolitik der Schweiz genutzt, um eher ländliche und periphere Regionen zu fördern. Wir analysieren regionale Innovationssysteme und nutzen hierzu quantitative und qualitative Daten.

Gibt es ein Regionales Innovationssystem Emmental?

Das Emmental wird vor allem als Heimat des Emmentaler Käse wahrgenommen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Region Standort von zahlreichen innovativen Industriebetrieben ist und dass der zweite Sektor ein wichtiges Standbein der Wirtschaftsstruktur des Emmentals darstellt. Weltweit führende Firmen wie Jakob AG Rope Systems in Trubschachen oder PB Swiss Tools in Wasen i.E. produzieren nicht nur im Emmental, sondern treiben auch die Forschung und Entwicklung an diesem Standort voran.

Dieses Projekt befasst sich mit der innovativen Entwicklung von ländlichen Regionen wie dem Emmental und stellt folgenden Fragen ins Zentrum der Analyse:

  • Welche Rolle spielt das Emmental als Standort für innovative Industriebetriebe?
  • Wie profitieren die Firmen vom eher peripher gelegenen Emmental und inwiefern ergeben sich aus dieser Lage Vor- und Nachteile?
  • Kann von einem regionalen Innovationssystem Emmental gesprochen werden?
CRED: Regionale Innovationssysteme / Regional innovation systems
Grafik 1: Anteil der Vollzeitäquivalente nach Sektoren im Jahr 2015, Quelle: Bundesamt für Statistik.

Wir analysieren Firmen und deren Innovationsverhalten in voralpinen Räumen wie das Emmental, Gruyère oder Appenzell. Zu beachten ist, dass die periphere Lage voralpiner Räume nicht nur Nachteile mit sich bringt, sondern dass Unternehmen die besonderen Standortcharakteristiken der ländlichen Räume auch als Vorteile verstehen und diese gezielt ausnutzen. So legen unsere Resultate nahe, dass...

Unsere Analysen belgen, dass Firmen in peripheren Regionen zum einen das lokale Umfeld nutzen und die Lebensqualität schätzen und zum anderen über Innovationsnetzwerke externes Wissen einholen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass regionale Innovationssysteme in der Peripherie durchaus vorhanden sind, sich räumlich aber anders als die städtischen Systeme anders orientieren.

Laufende Projekte zum Thema Regionale Innovationssysteme

 Arbeitstitel Fragestellung
Autoren
Social Innovations in Swiss Mountain Regions - Shifting Away from Growth Dependency in the Tourism, Construction and Healthcare Industries Welches Potential haben soziale Innovationen im alpinen Raum, um die Wachstumsabhängigkeit zu reduzieren? Heike Mayer, Monika Bandi Tanner, Irmi Seidl (WSL), Pascal Tschumi, Andrea Winiger, Samuel Wirth
Slow Innovation in Europe`s Peripheral Regions Inwiefern unterscheiden sich Innovationsprozesse in peripheren Räumen von jenen in urbanen Räumen? In welchem Mass sind Innovationsprozesse in Berggebieten abhängig von schnellem Zugang zu Wissensquellen, Märkten, etc.? Heike Mayer
Innovationen auf dem Land: Gibt es ein Regionales Innovationssystem Emmental?  Inwiefern ist es sinnvoll, das Konzept Regionaler Innovationssysteme auf ländliche Räume anzuwenden? Heike Mayer